Kfz
Die Kfz-Versicherung ist die Police, die am häufigsten gewechselt und am seltensten gelesen wird. Der teuerste Punkt darin ist kein Leistungsdetail, sondern eine Mechanik, die erst beim Wechsel sichtbar wird.
Alle Zahlen auf dieser Seite sind typische Größenordnungen aus verbreiteten Bedingungswerken, keine Regel. Bedingungswerke unterscheiden sich erheblich — maßgeblich ist immer der eigene Vertrag.
Die drei Deckungsarten
Kfz-Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden, die man anderen zufügt. Nicht den eigenen Wagen.
Teilkasko deckt typischerweise Diebstahl, Brand und Explosion, Sturm, Hagel, Blitzschlag und Überschwemmung, Glasbruch, Wildschäden mit Haarwild sowie Schäden durch Kurzschluss an der Verkabelung. Der Umfang bei Tierbiss, Marderschaden und Zusammenstoß mit Tieren aller Art unterscheidet sich je Tarif erheblich.
Vollkasko umfasst die Teilkasko und deckt zusätzlich selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug sowie Vandalismus.
Schadenfreiheitsklasse und Rabattschutz — der teuerste blinde Fleck
Die Schadenfreiheitsklasse bestimmt den Beitrag. Ein Schaden führt zur Rückstufung, und die wirkt über mehrere Jahre nach — die Mehrkosten über die Zeit übersteigen häufig den ursprünglichen Schaden.
Rabattschutz bedeutet, dass ein Schaden pro Zeitraum nicht zur Rückstufung führt. Zwei Dinge sind daran zu prüfen:
Erstens, ob der Rabattschutz im eigenen Vertrag überhaupt aktiv ist. Viele halten ihn für selbstverständlich, weil er einmal Thema war.
Zweitens — und das ist der Punkt, der Geld kostet — was beim Anbieterwechsel damit passiert. Der neue Versicherer übernimmt die Schadenfreiheitsklasse, die beim alten Versicherer tatsächlich geführt wird. Wenn ein Schaden dort nur wegen des Rabattschutzes nicht zur Rückstufung geführt hat, kann der neue Versicherer trotzdem die Klasse ansetzen, die ohne Rabattschutz erreicht worden wäre. Der Schutz wirkt dann nur, solange man bleibt.
Vor dem Wechsel klären, nicht danach. Wie ein Anbieter das handhabt, unterscheidet sich. Wird es erst nach dem Wechsel geprüft, ist die Rückstufung mit dem ersten Beitrag da.
Schutzbrief
Ein Schutzbrief deckt Panne, Abschleppen, Bergung, Ersatzwagen, Übernachtung und Rückholung. Wer ohnehin über eine Mitgliedschaft mit vergleichbaren Leistungen verfügt, hat den Bereich doppelt. Wer es nicht ist, hat ohne Schutzbrief keine Pannenhilfe. Beides einmal gegeneinander zu prüfen, ist eine Frage von fünf Minuten.
Weitere Punkte, die Beitrag oder Deckung bestimmen
- Fahrerkreis — je enger, desto günstiger. Wer außerhalb des vereinbarten Kreises fährt, riskiert Folgen im Schadenfall. Gelegentliche Zusatzfahrer sind je Tarif unterschiedlich geregelt.
- Jährliche Fahrleistung — deutliche Abweichungen sollten gemeldet werden.
- Regionalklasse und Typklasse — sie ändern sich jährlich und können den Beitrag ohne eigenes Zutun verändern.
- Werkstattbindung — senkt den Beitrag, schränkt die Wahl bei Reparaturen ein.
- Grobe Fahrlässigkeit — der Verzicht auf die Kürzung ist bei Kasko ein wesentlicher Unterschied.
- Neupreis- und Kaufwertentschädigung — sie wirken nur in den ersten Monaten oder Jahren.
Praktischer Rat: Der Wechselzeitpunkt liegt für die meisten Verträge Ende November, weil sie zum Jahreswechsel laufen. Wer vergleicht, sollte Leistungen und nicht nur Beiträge nebeneinanderlegen — und die eigene Schadenfreiheitsklasse samt Rabattschutzstatus kennen, bevor er anfängt.
Passend dazu im Rechner: Die Rechner betreffen die Finanzierung. Zum Kfz-Bereich gibt es bewusst keinen Rechner. Zum Rechner